Aktuelle Informationen der Bürgermeisterin zu Corona (Stand 26.05.2020)

Lieber Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Immer wieder lesen, sehen und hören wir jetzt Berichte über Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen. Die Einschränkungen machen uns allen zu schaffen. Leider sind soziale Kontakte nicht mehr in dem Umfang möglich wie bisher, wir konnten Ostern nicht mit der Familie verbringen, mussten auf die Feiern zum 01. Mai verzichten, auch die geplanten Veranstaltungen an Himmelfahrt und unzählige weitere sind abgesagt worden. Auch Auswirkungen auf die Wirtschaft sind für viele spürbar. Und eine vollständige Rückkehr zur Normalität ist noch nicht abzusehen.

Wie wichtig die Einhaltung der Kontaktbeschränkungen und der Hygienemaßnahmen sind zeigt sich jedoch im aktuellen Infektionsgeschehen. Nach einem Gottesdienstbesuch in Frankfurt beispielsweise wurden über einhundert Neuinfektionen auf diese eine Zusammenkunft zurückgeführt. Auch wenn sich unser Leben so sicher anfühlt, bisher die hohen Sterberaten anderer Länder ausgeblieben sind, und wir gerne wieder zur Normalität zurückkehren würden, ist die Realität doch leider eine andere. Wir können froh sein, dass die Bundesregierung so besonnen reagiert, und wir nicht in Brasilien, den USA oder anderen Krisengebieten leben müssen.

Deshalb appelliere ich an Ihre Vernunft und Kooperation. Sicher ist im Landkreis Marburg-Biedenkopf die Infektionsrate sehr gering, aber wie man sieht, kann sich das schnell ändern. Bitte gehen Sie mit gesundem Menschenverstand vor, und versuchen Sie Infektionsrisiken zu vermeiden.

Viele Menschen in Pflegeeinrichtungen leiden unter den fehlenden Kontakten, auch wenn wenigstens einmal pro Woche eine enge Bezugsperson Zutritt erhält. Am Sonntag, dem 24.05.20 fand deshalb ein Gottesdienst auf der Freifläche am Seniorenheim „Haus am Park“ statt. Die Bewohner konnten diesen mit Pfarrerin Scholz auf Abstand feiern, und hinterher auch noch ein kleines Wunschkonzert des Verkehrsdienstes Hessen genießen.

Dieses Beispiel zeigt, dass es viele kreative Ideen gibt, um Menschen eine Freude zu machen. Bisher hatte ich den Eindruck, dass das so oft besprochene „Miteinander“ während der Krise spürbar zugenommen hat. Auf unseren Aufruf zu Hilfeleistungen für gefährdete Personen haben sich beispielsweise unzählige Freiwillige gemeldet. Lassen Sie uns versuchen, diese Stimmung zu nutzen und zu erhalten.

Durch HomeSchooling und fehlenden Kindergartenbesuch wurden nicht nur die Eltern seit Mitte März sehr belastet, sondern vor allem die Kinder. Immerhin konnten seit letzter Woche die meisten Schüler wieder teilweise zur Schule zurückkehren.

Ab 02. Juni werden auch Kindergärten zum eingeschränkten Regelbetrieb übergehen. Die einzelnen Einrichtungen arbeiten gerade das finale Konzept dafür aus. Ziel ist es, so viele Kinder wie möglich wieder zu betreuen. Allerdings gehören in manchen Einrichtungen viele ErzieherInnen zu den Risikogruppen, und die Gruppengrößen müssen zur Einschränkung der Kontakte reduziert werden. Deswegen können laut Verordnung nur die Kinder betreut werden, deren Eltern systemrelevante Berufe ausüben oder alleinerziehende Berufstätige sind, die vom Jugendamt wegen Kindeswohlsicherung zugewiesen wurden, bei denen ein besonderer Härtefall oder eine Behinderung besteht. Darüber hinaus verfügbare freie Plätze werden gegebenenfalls in Rücksprache mit dem Jugendamt vor allem vergeben an Familien mit erzieherischen Hilfen, Kinder mit geringer Sprachkompetenz, Kinder psychisch kranker Eltern oder Kinder im letzten Kindergartenjahr. Detaillierte Information können die jeweiligen Kindergärten geben.

Informationen und wichtige Hinweise erhalten Sie zuverlässig über unsere Homepage. Hier sind stets die neuesten Regelungen und links zu weiteren Informationen zu finden. Gerne können Sie sich mit Fragen oder Anregungen auch telefonisch oder per Mail und Kontaktformular an die Verwaltung wenden, wir stehen zur Verfügung.

Alles Gute für Sie und Ihre Familien, bleiben Sie gesund!

Claudia Schnabel

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